Bootsflüchtlinge werden von Lampedusa nach Rügen umgeleitet

RügenNach den verheerenden Bootsunglücken vor der Küste Lampedusas, bei denen immer wieder zahlreiche Flüchtlinge ertrinken, hat die italienische Regierung endlich die geforderte Hilfe bekommen. Und zwar aus Deutschland.

Um die Flüchtlingsströme vor Lampedusa einzudämmen, willigte die Bundesregierung ein, die überfüllten Boote auch an den eigenen Küsten kentern zu lassen. „So sieht erfolgreiche, EU-konforme Flüchtlingspolitik aus“, ließ Bundesinnenminister Thomas de Mazière stolz verlauten. Im Klartext bedeutet das: Flüchtlinge, die Lampedusa ansteuern, werden von nun an weiter nach Rügen geleitet.

„Wir sind froh, den italienischen Kollegen unter die Arme greifen zu können“, heißt es von der deutschen Küstenwache vor Ort. „Rügen ist der ideale Ort, um Flüchtlinge zu beherbergen, besonders weil sie von hier aus irgendwann von alleine wieder zurück wollen“. Einen entscheidenden Vorteil für die Umleitung würde auch die Ostsee selbst spielen: Aufgrund der starken Strömung und den eiskalten Temperaturen, müssten ertrinkende Flüchtlinge nicht lange leiden, sollte ein Boot wie erwartet kentern.

„Im warmen Mittelmeer zu ertrinken, kann ziemlich unangenehm sein“, erklärt Rainer Hohn, Experte für Ertrinkungsopfer. „Bei Rügen geht allerdings alles sehr schnell, zumal die spitzen Kreidefelsen den Rest erledigen“.

Doch so weit muss es natürlich nicht kommen. Die Bundesregierung rechnet nämlich damit, dass nur etwa 10 Prozent der Flüchtlingsboote Rügen überhaupt erreichen werden.

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