Berlusconi: „Ich habe mich mit Sex bezahlen lassen“

Wir erinnern uns: Das Weiße Haus erstellte eine Informationsmappe über Italiens Staatschef Silvio Berlusconi, die voller Fehler und Halbwahrheiten steckte. Die Presse bekam Wind davon und der diplomatische Skandal war perfekt.

berlusconiDabei ist alles halb so schlimm. Es heißt über Berlusconi lediglich, er werde von vielen in seinem Land gehasst und als „politischer Dilettant“ angesehen, er habe als Kind früh eine „Leidenschaft fürs Geld“ entwickelt und sich mit Puppenspiele einiges dazuverdient, als Student gegen eine Gebühr für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, Staubsauger verkauft, als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet und sei später in Korruptionsprozessen verwickelt gewesen.

Der Betroffene meldete sich nun persönlich zu Wort und stellte klar, dass die genannten Punkte natürlich nicht ganz stimmen. So werde er nicht von vielen in seinem Land gehasst, sondern von allen. Daher sei er nicht als politischer Dilettant, sondern vielmehr als politische Nemesis angesehen, wie Umfragen regelmäßig ergeben. Des weiteren entwickelte sich seine Leidenschaft für Geld nicht durch Puppenspiele. Es war eher die geniale Idee, die er mit acht Jahren hatte, von seinen Freunden und Bekannten Geld dafür zu verlangen, dass sie seiner geistig zurückgebliebenen Schwester unter den Rock schauen durften. Und als Student habe er zwar tatsächlich für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, doch tat er dies ausschließlich für seine Kommilitoninnen und ließ sich dafür nicht mit Geld, sondern mit Sex entlohnen.

Staubsauger habe Berlusconi in der Tat verkauft, aber auf einem Kreuzfahrtschiff sei er nie als Sänger eingestellt worden. Dies sei ein Gerücht, für dessen Verbreitung er selbst verantwortlich war. Mit 27 Jahren ging Berlusconi nämlich auf einem Kreuzfahrtschiff (soweit stimmt die Geschichte zumindest) dem lukrativen Gewerbe des Taschendiebstahls nach. Um danach seinen plötzlich prall gefüllten Geldbeutel zu erklären, erzählte er herum, er hätte einen Job als Sänger angenommen. „Damals kam ich übrigens auf die Idee in die Politik zu gehen“, warf Berlusconi an dieser Stelle ein. „Ich wollte lieber den nicht ganz so illegalen Weg gehen, um Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Nur über die Erwähnung in Korruptionsprozessen verwickelt gewesen zu sein, reagierte Berlusconi leicht verärgert: „Was heißt denn bitte >verwickelt<? Das klingt ja so, als hätte ich mir mal was nebenbei eingesteckt. Dabei war ich es, der die Korruption in Italien wieder groß gemacht und ihr ermöglicht hat sich überall zu etablieren.“

Trotzdem nahm er unterm Strich alles sehr entspannt auf. „In den USA kennt man sich eben noch nicht so gut mit Korruption aus“, sagte Berlusconi spöttisch. „Da sind solche kleinen Fehler durchaus verzeihlich.“

Netter Typ, dieser Silvio.

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Mehr zu Berlusconi gibt es auch beim Postillon.

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