Bemitleidet mich…!

Manche Menschen, besonders die breithüftigen, würden ja behaupten, meine Wenigkeit hätte nur eine Grippe. Aber ich weiß es besser: Ich liege im Sterben. Nachdem ausgeschlossen werden konnte, dass es sich bei den Symptomen nicht um die Merkmale eines Katers oder den Nachwirkungen sexueller Ausschweifungen handelt, war klar, dass es mit meiner wunderbaren Person zu Grunde geht. Die Fakten sprechen schließlich für sich:

Die Kopfschmerzen und der Schwindel sind eindeutige Anzeichen für einen Hirntumor. Die Gliederschmerzen leiten ganz klar die Gicht ein. Der Husten und das schwerfällige Atmen signalisieren die Rückkehr der Lungenpest. Die ständige Müdigkeit deutet auf eine sich anbahnende Diabetes hin. Und das Fieber bietet mir, als unmissverständlichstes Zeichen, einen Vorgeschmack auf das Höllenfeuer, in welches ich nach meinem Ableben als Aufseher arbeiten werde.

Eigentlich wollte ich diesen Job aber nicht so früh antreten, daher möchte ich hiermit alle meine Leser bitten, mir bei meiner Genesung zu helfen. Wie? Bemitleidet mich. Denn keine sogenannte gesunde Ernährung, keine Bettruhe, keine Medikamente  und schon gar keine Ärzte, wie besonders schmalschultrige Zeitgenossen der Meinung sind, können gegen die Sendboten des Todes etwas auswirken. Allein Mitleid (und jede Menge Zuneigung) vermag das Leben in meinen geschundenen Körper zurückzutreiben.

In diesem Sinne… Helft mir. Bevor es zu spät ist. Ich bin bereits nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich sieche dahin, winde mich unter Schmerzen, spreche in Zungen und finde kaum noch Kraft für die einfachsten Tätigkeiten wie Ausschlafen oder Computerspielen.

Falls ich es allerdings doch nicht schaffen sollte: Rächt meinen Tod.

Danke.

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