Attentat in Amerika: Der neue Action-Wahlkampf

Die Ära einschläfernder Wahlreden neigt sich langsam dem Ende zu, der Trend geht zum erlebnisreichen Action-Wahlkampf. Und so war auch das Attentat in Arizona, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen, für die Kongress-Abgeordnete Gabrielle Giffords ein voller Erfolg. Giffords, die sich für ein lockeres Recht auf den Besitz von Waffen für Privatpersonen einsetzt, ließ sich vor einem begeisterten Publikum aus nächster Nähe in den Kopf schießen, um ihren Standpunkt in aller Deutlichkeit klarzumachen.

„Sie haben gesehen, wie wichtig es ist, dass Privatpersonen einen problemlosen Zugang zu Waffen haben“, sagte Giffords gut gelaunt beim zweiten Teil ihrer Wahlkampfrede im Krankenhaus. „Stellen Sie sich nur vor, die sechs Toten wären Ihre nervigen Nachbarn, Ihre Ex-Partner oder, wie in meinem Fall, verhasste Politiker. Und ist es nicht ein schönes Gefühl, diese Menschen wenigstens ein bißchen tot zu wissen?“

Der Action-Wahlkampf kommt an. Wichtige Themen werden so greifbarer und verständlicher, wodurch die Wähler schließlich merken, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewegen können. Insofern darf man gespannt sein, wann zu Demonstrationszwecken das erste „entführte“ Passagierflugzeug abgeschossen wird. Und natürlich, ob dieser Trend auch von deutschen Politikern aufgegriffen wird.

Foto: US-Politiker Joe Biden unterstreicht seine Meinung darüber, wie das Problem der Überbevölkerung bekämpft werden kann.

Joe Biden im Action-Wahlkampf

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