As-Salam Alaikum, Thor Steinar

Da würden sich wohl so einige Neonazis am liebsten die Haare raufen – wenn sie denn welche hätten. Zumindest schmollen sie bestimmt alle. Denn: Die bei Neonazis populäre Kleidungsmarke „Thor Steinar“ wurde verkauft – an eine arabische Firma. Die rechte Szene grübelt nun, ob ein „Thor Steinar“-Boykott her muss. Natürlich.

Kein Wunder, schließlich kennt man sich in den Kreisen ja bestens mit Boykotts aus. Der durchschnittliche Nazi von Nebenan wird in nächster Zeit aber wohl trotzdem nicht mehr ganz so enthusiastisch den Arm heben. Zumindest nicht, wenn er etwas von „Thor Steinar“ trägt.

Aus diesem Grund sollte man jeden, den man mit solch einem Kleidungsstück am Körper sieht, ganz lieb knuddeln. Einfach mit ausgestreckten Armen, leicht gesenktem Kopf und einer Mischung aus Trost und Mitleid im Gesicht auf ihn zugehen, drücken, ein wenig über den kahlen Kopf streicheln und leise flüstern, dass alles wieder gut wird. Der durchschnittliche Nazi wird die Geste vielleicht nicht verstehen und sich dagegen sträuben, weil er in seinem bisherigen Leben wenig bis keine Liebe erfahren durfte, doch davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Auch Nazis brauchen schließlich Liebe. Jetzt mehr denn je.

Alternativ kann man ihnen natürlich auch die Kniescheiben brechen, um sie von ihrem Herzschmerz abzulenken. Das kann jeder so handhaben wie er möchte. Hauptsache handeln – und nicht einfach wegsehen.

Zu guter Letzt noch ein äußerst wichtiger Hinweis für linksradikale Aktivisten, die gerne mal hin und wieder ein „Thor-Steinar“-Geschäft anzünden: Durch solches Verhalten läuft man von nun an Gefahr, eine völlig falsche Botschaft zu signalisieren. Arabische oder allgemein muslimische Mitbürger könnten derlei gut gemeinte Zerstörungsorgien als persönlichen Angriff werten. Und man will doch nicht, dass aufgebrachte Islamisten plötzlich Che-Guevara-Flaggen verbrennen.

Also Vorsicht. Ansonsten viel Erfolg beim Knuddeln.

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