Altenheime überlastet: Viele Rentner werden in den Ferien ausgesetzt

Tragoedie

Die Sommermonate sind für die meisten Menschen die schönsten des Jahres. Urlaub, Sonne und Erholung sind jetzt angesagt. Ganz anders sieht es da bei Rentnern aus: Mit der Ferienzeit beginnt für viele Senioren ein trauriges Schicksal. Sie sind lästig und unerwünscht, werden am Straßenrand oder in Parks ausgesetzt und einer ungewissen Zukunft überlassen.

Zum Ferienbeginn werden in Deutschland jedes Jahr rund 30.000 Senioren ausgesetzt. Darunter sind nicht nur Großeltern, sondern auch entfernte Verwandte, die vermeintlich nur kurz zu Besuch waren. Die Altenheime platzen in dieser Zeit aus allen Nähten.

Wenn zwischen Kindern und Koffern kein Platz mehr im Auto ist, wissen viele Menschen nicht wohin mit ihren Alten. An Mülltonnen gebunden, an Raststätten zurückgelassen oder vor einem Altenheim angestellt: Die gefundenen Senioren haben schon einiges erlebt. Die meisten werden in dem Zeitraum entdeckt, in dem sich die Ferientage der Bundesländer überschneiden. Viele seien auch sog. „Weihnachts-Opfer“. Denn der Opa, der unterm Weihnachtsbaum noch dem Enkel tolle Geschichten vorlas, ist plötzlich nicht mehr stubenrein und macht Arbeit.

Für die Heime ist es schwer sich auf den Ansturm im Sommer vorzubereiten. Viele verzichten darauf, Senioren über die Ferien in Pension zu nehmen, um genug Platz zu schaffen, damit alle Findlinge aufgenommen werden können. „Alte Menschen können in der freien Natur nicht überleben“, sagt Heiner Groblowski vom Deutschen Seniorenschutzbund.

Wer einen ausgesetzten Rentner findet, sollte also eingreifen und ihn in ein Heim bringen. Wer dabei Hilfe braucht, kann die Polizei verständigen. Die schicke dann die zuständige Seniorenrettung.

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