Adolf Merckle: Unschönen Trend ausgelöst?

Adolf Merckle, milliardenschwerer Großunternehmer, begeht Selbstmord, indem er sich von einem Zug überfahren lässt? Wie einfallslos. Was hat er sich nur dabei gedacht? Immerhin gehörten zu seinem Firmenimperium auch Pharmakonzern Ratiopharm und Pistenraupenherrsteller Kässbohrer.

Was liegt da bitte näher, als mit den hauseigenen Erzeugnissen seinem Leben ein Ende zu setzen? Eine Überdosis Schlaftabletten wäre da noch das Naheliegendste gewesen. Wobei dem Gründer eines Pharmakonzerns ein Cocktail aus Nasenspray, Augentropfen und Lippenherpescreme besser gestanden hätte.
Wenn der alte Mann aber anscheinend einen möglichst brutalen Tod haben wollte, dann wäre es doch sicherlich möglich gewesen, sich von einer Pistenraupe anstatt von einem Zug zerstückeln zu lassen. Immerhin ist diese Todesart doch eigentlich für Hartmut Mehdorn, dem Chef der Deutschen Bahn AG, reserviert. Wie sieht das denn jetzt aus, wenn Mehdorn sich – so wie es sich gehört – vor einen Zug schmeißt? Dann werden ihn alle Medien nur als Nachmacher beschimpfen. Unfairerweise.

Daher kann man nur hoffen, dass Merckle keinen unschönen Trend ausgelöst hat. Wir wollen selbstverständlich weiterhin, dass Mehdorn von einem Zug überrolt wird, Rupert Stadler (Audi) sich vor ein LKW-Konvoi schmeißt oder René Obermann (Telekom) sich mit einer Telefonschnur erhängt.

Denken Sie also daran, liebe Manager, dass das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ auch über den Tod hinaus gilt.

Schönes Ableben noch.