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Von der Arbeit in einem Sexshop: Leserbriefe #3

Liebe Lucia,

danke für diese wichtige Frage. Deine Befürchtungen sind durchaus berechtigt. Der männliche Samen riecht nicht von ungefähr nach Fisch, er besteht nämlich gänzlich aus Fischproteinen, die der Körper über die Nahrung aufnimmt und dann umwandelt. Das heißt, Männer müssen regelmäßig Fisch essen, um die Produktion ihrer Spermien aufrecht zu erhalten. So nehmen Männer im Laufe ihres Lebens durchschnittlich fünf bis sieben Tonnen Fisch zu sich, je nach sexueller Aktivität. Grundsätzlich ist aber eine Fischvergiftung natürlich möglich, und zwar wenn die letzte Fischmahlzeit mehr als drei Wochen her ist. Wie dir bekannt sein dürfte, ist Fisch ja nicht besonders lange haltbar. Wenn der Samen aber nach Fisch riecht, ist er für gewöhnlich besonders frisch und du brauchst dir keine Gedanken zu machen. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du deinen Partner einfach fragen, wann er zuletzt Fisch gegessen hat.

Guten Appetit.

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Wer ist Mitt Romney?

Mitt Romney ist der neue Star am Kabaretthimmel. Der Mann, der im November nächster Präsident der USA werden möchte, hat sich gegen mehrere Kandidaten seiner republikanischen Partei als am wenigsten peinlich durchgesetzt und darf nun versuchen Barack Obama die Wiederwahl streitig zu machen.

Doch wer ist dieser Mitt Romney eigentlich? Und was macht ihn überhaupt so erwähnenswert?

Bekannt wurde der gläubige Momone, als er in einer Rede beiläufig erwähnte, er würde es mögen, in der Position zu sein, Leute feuern zu können. Später setzte er einen drauf, als herauskam, dass er als Multimillionär eigentlich zu wenig Steuern zahlt. Und spätestens als die Welt erfuhr, wie Romney zu seinen Haustieren steht, wurde er zu einer Goldgrube für die Unterhaltungsindustrie. 1983 fuhr Romney mit seiner Familie aus seinem Heimatstaat Massachusetts nach Kanada. Doch im vollgepackten Wagen war kein Platz für seinen Irish Setter. Also bastelte er einen Verschlag für das Autodach und überließ den Hund für mehr als tausend Kilometer der Sommerhitze und den Elementen. Selbst als der Hund per Durchfall und Übelkeit darauf aufmerksam machte, dass er die Reise nicht so abenteuerlich findet, handelte Romney sehr pragmatisch. Er hielt an, spritzte Käfig, Autodach und Hund mit einem Wasserschlauch ab und setzte die Fahrt fort.

Im Mittelpunkt steht Mitt Romney aber natürlich auch deswegen, weil er wohl die konservativste republikanische Partei aller Zeiten vertritt. Seine Bildungskampagne leitet beispielsweise Bobby Jindal, ein Kreationist, der die Evolutionstheorie am liebsten verbieten würde. Schlimm genug, dass so jemand Gouverneur von Louisiana ist, doch man stelle sich ihn zusammen mit Romney an der Spitze der USA vor. Weiter haben die Republikaner einen gewissen Todd Akin im Gepäck, der mit der Aussage Schlagzeilen machte, eine Vergewaltigung würde in der Regel keine Schwangerschaft nach sich ziehen. Akin spielte damit auf die Frage an, warum die Republikaner Abtreibung selbst im Falle einer Vergewaltigung illegal machen wollen. Übrigens ein wichtiger Punkt im republikanischen Parteiprogramm, obwohl Mitt Romney seine Millionen teilweise mit einer Firma, die abgetriebene Föten entsorgt, verdiente.

Nicht vergessen darf man natürlich Paul Ryan, Romneys Vize. Steuersenkungen für Reiche, Sozialkürzungen, Kampf gegen die Schwulenehe, mehr Geld fürs Militär. Der Mann weiß, wie er sich bei Hillbillies und Rednecks beliebt macht.

Romney und Ryan. Ein Paar, das man einfach lieben muss.

 
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Dreist: Katholische Kirche kontert Satire mit Realsatire

Satiriker auf der ganzen Welt schätzen die katholische Kirche als zuverlässigen Partner. Kaum eine andere Quelle bietet regelmäßig so qualitative Vorlagen für geschmacklose Witze. Die Satire und der schwarze Humor im Allgemeinen haben der katholischen Kirche viel zu verdanken. Diese langjährige Partnerschaft scheint jedoch plötzlich gefährdet zu sein, nachdem ein katholischer Geistlicher sich völlig unerwartet mit unglaublicher Realsatire über die Missbrauchsthematik an die Öffentlichkeit gewandt hat:

Pater Benedict Groeschel behauptete in einem Interview, dass Minderjährige die Priester oftmals verführen würden, was von Außenstehenden dann anders wahrgenommen werde. Weiterhin sei er davon überzeugt, dass die Kinder zwar nicht bewusst Sex mit einem Geistlichen planen, aber immerhin so etwas wie eine Romanze mit Küssen und Umarmungen. Als Grund für diese Annahme gibt er an, dass vielen Jugendlichen die Vaterfigur fehle. Deswegen plädiere er zudem dafür, dass Geistliche für ihren ersten Missbrauch nicht bestraft werden sollen. Schließlich sei es nicht ihre Absicht gewesen, ein Verbrechen zu begehen, so Groeschel.

Die Satirewelt steht Kopf und fragt verständnislos: Was hat sich der Geistliche nur dabei gedacht? Mit solchen Aussagen werden die Grenzen zwischen Satire und Realität regelrecht verwischt, so die einstimmige Kritik. Wenn die katholische Kirche damit weitermacht, könnte niemand mehr erkennen, ob es sich bei einer entsprechenden Meldung um schwarzen Humor oder einen Tatsachenbericht handelt.

Gerade die Behauptung Groeschels hätte als Witz erzählt einen vollen Konzertsaal unterhalten können, doch nun ist er von einer Sekunde auf die andere wertlos geworden. “Den können wir doch jetzt nicht mehr erzählen”, ärgern sich viele Kabarettisten. Auch Cartoonisten fühlen sich verraten und betrogen. Die Ergebnisse unzähliger Arbeitsstunden seien wie ausradiert – im wahrsten Sinne. Erste Zeitungen haben bereits Aufträge zurückgezogen. Paramantus ist natürlich ebenfalls empört und fürchtet sich wie so viele andere davor, viele tolle Ideen einfach fallen lassen zu müssen.

Es besteht die Gefahr, dass Kirchensatire auf dem tragischen Weg ist keine Satire mehr zu sein.

Doch nicht nur zukünftige Witze sind gefährdet. Laut Expertenmeinung dürften nun viele Beiträge auch nachträglich ihre Wirkung verlieren. Somit droht ein ganzer Humorzweig komplett abzusterben, sollte die katholische Kirche nicht bald einschreiten und Benedict Groeschel der Inquisition übergeben.

Grafiken: Copyright by André Sedlaczek bzw. Andreas Prüstel. Alle Rechte vorbehalten.

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Von der Arbeit in einem Sexshop: Leserbriefe #2

Liebe Steffi,

nein, musst du nicht. Die Körpergröße alleine ist nämlich nicht ausschlaggebend für die Penislänge. Wenn du es genau wissen willst, solltest du von Klausi noch ein paar Dinge in Erfahrung bringen. Die Penislänge berechnet sich nämlich aus der Körpergröße plus Gewicht, multipliziert mit dem Faktor 5, geteilt durch das Ergebnis aus dem Umfang des Halses plus die Schuhgröße. In eine Formel gepackt, sieht das Ganze wiefolgt aus:

Viel Spaß beim Rechnen!

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Lage in Syrien spitzt sich zu: Westen droht mit weiteren Drohungen

Es war eine Meldung, die westliche Staatschefs zu einer scharfen Reaktion zwang: Das Assad-Regime in Syrien plant angeblich den Einsatz chemischer Waffen gegen Rebellen und Aufständische. In einer unmissverständlichen Ansprache drohten die Nato-Länder daraufhin mit weiteren, noch schlimmeren Drohungen, sollte Assad es tatsächlich wagen, chemische Waffen zu verwenden.

So werde man sich nicht scheuen mit enormen Konsequenzen zu drohen, statt wie bisher nur mit ernsten, so US-Präsident Barack Obama. Weiterhin könnte man sogar die Behauptung in Erwägung ziehen, eine rote Linie sei überschritten worden. Und sollte die Androhung eines Militärschlags nicht reichen, werde man nicht davor zurückschrecken ein furchteinflößendes Adjektiv davor zu setzen, um dann beispielsweise mit einem vernichtenden Militärschlag zu drohen. Zudem sei die Verwednung mehrerer Adjektive nicht ausgeschlossen. Von “grausamen” über “alles entscheidenden” bis “super-duper”sei alles möglich.

Angela Merkel, die sich sonst eher zurückhält, wenn es irgendwo brenzlig wird, schloss sich an und drohte Assad, Deutschland würde den nötigen Schritt tun und den Drohungen der USA nicht widersprechen. Und aus Frankreich hieß es schließlich, Assad sollte sich seine weiteren Handlungen gut überlegen oder man werde so heftige Drohungen aussprechen, dass mindestens ein Minister deswegen zurücktreten müsste.

Hintergrund:

Syriens Staatschef Assad hat es nicht leicht. Obwohl er seit Monaten eine Bilderbuchterrorherrschaft ausübt, hat die Nato noch nicht einmal eine winzige Kampfdrohne nach Damaskus geschickt. Schon damals war Assad verärgert und neidisch auf Gaddafi, der wegen weitaus weniger mit westlichen Bombenteppichen beglückt wurde. Erst als der libysche Machtahber schließlich gestürzt und getötet wurde, bekam Assad endlich die nötige Aufmerksamkeit. Insbesondere die USA begannen zögerlich mit Militärschlägen zu drohen. Doch dann kamen Fußbal-EM und Olympia, die das Regime fast in Vergessenheit gerieten ließen. In dieser Zeit interessierte sich absolut niemand mehr für Assads Terror. Und inzwischen könnte die Hoffnung Assads, endlich die Nummer Eins auf der Drohliste des Westens zu sein, selbst mit der Meldung über chemische Waffen zu Nichte gemacht werden. Denn nachdem neulich bekannt wurde, dass der Iran seine Uran-Anlagen doch noch weiter ausbaut, ist Mahmud Ahmadinedschad wieder stärker in den Fokus gerückt.

Bashar-al Assad, die tragische Figur Vorderasiens.

Grafik: Copyright by Marian Avramescu. Alle Rechte vorbehalten.

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