Poesie Archiv

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Heinrich Heine (Das böse Zitat #32)

Hat man viel, so wird man bald
Noch viel mehr dazubekommen.
Wer nur wenig hat, dem wird
Auch das wenige genommen.

Wenn du aber gar nichts hast,
Ach, so lasse dich begraben -
Denn ein Recht zum Leben, Lump,
Haben nur, die etwas haben.

Heinrich, du Teufelskerl, bringst es mal wieder schön auf den Punkt.

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Poesie: Unbekannter Verfasser – Guten Hut

Nachfolgendes Gedicht ist unsinnig, unverständlich, inhaltlich falsch und ohne jeglichen Bezug zur Realität. Aus diesem Grund widme ich es hiermit allen Politikern dieser Welt, insbesondere jedoch unseren deutschen Volksvertretern, die, im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl, sich besonders viel Mühe geben werden, uns mit reichlich Unsinn zu versorgen.

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Guten Hut

Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst,
da ging ich drei Tage finden,
eh’ ich ihn suchte. Da kam ich an ein Guck
und lochte hinein.
Da saßen drei Stühle auf drei Herren,
die aßen Kaffee und tranken Kuchen.
Da nahm ich meinen Tag ab
und sagte: “Guten Hut,  meine Herren!”
Und da bauchten sie,
daß ihnen der Lach platzte.
Da gab ich ihnen drei Lagen Strümpfe
und sagte, sie sollten mir Garn stricken.
Da ging ich weiter und kam an einen See.
Da standen drei funkelnagelneue Schiffe.
Das erste war durchlöchert,
das zweite hatte keinen Boden,
und das dritte war gar nicht da.
Da stieg ich in das, das gar nicht da war,
und fuhr ans jenseitige Ufer.
Da kam ich an eine steinerne Kirche,
die aus Holz erbaut war.
Drin predigte ein blaupapierner Pfarrer folgendermaßen:
Als einst die Weser brannte
und die tollen Hunde kein Stroh zum Löschen fanden,
kam eine Bauersfrau auf einem ungesalzenen Kloß Butter dahergeritten
und stieg auf einen Maulbeerbaum
und pflückte sich die Taschen voll Äpfel.
Und als sie sich die Taschen voll Birnen gepflückt hatte,
stieg sie von dem Zwetschgenbaum.
Da rief ihr der Bauer des nächsten Dorfes zu,
dem der Flachs gehörte:
“Hennes, gehst aus meinen Schoten!”
Da packte sie eiligst ihre Borstäpfel zusammen
und lief von dannen.

 
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Poesie: Friedrich Schlegel – Du meine Hand

Ein Sonett für die erste, letzte und womöglich auch beste Geliebte eines Mannes…

Du meine Hand

Du meine Hand bist mehr als alle Weiber,
du bist stets da, wie keine Frau erprobt,
du hast noch nie in Eifersucht getobt,
und bist auch nie zu weit, du enger Reiber.

Ovid, mein Lehrer weiland, hat dich recht gelobt,
denn du verbirgst in dir ja alle Leiber,
die ich mir wünsche, kühler Glutvertreiber,
dir hab’ ich mich für immer anverlobt.

Ich stehe stolz mit dir im Raume
und streichle meine bläulichrote Glans;
schon quirlt sich weiß der Saft zum Schaume.

So zieh’ ich aus Erfahrung die Bilanz:
Die Zweiheit freut mich nur im Wollusttraume,
sonst paart sich meine Faust mit meinem Schwanz.

 
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Poesie: Christian Felix Weiße – Der Kuss

Ein großzügig zu interpretierendes Gedicht von Christian Felix Weiße

Der Kuss

Ich war bei Chloen ganz allein,
und küssen wollt ich sie:
Jedoch sie sprach, Sie würde schrein,
es sei vergebne Müh.

Ich wagt es doch und küßte sie,
trotz ihrer Gegenwehr.
Und schrie sie nicht?
Jawohl, sie schrie, doch lange hinterher.

 
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Poesie: Nikolaus Lenau – Liebesfeier

Nikolaus Lenau gehört zu den Künstlern, die mich mit ihrer bildhaften Sprache immer sehr inspirieren konnten. Dieses folgende Gedicht von ihm ist ein Paradebeispiel dafür:

Liebesfeier

An ihren bunten Liedern klettert
Die Lerche selig in die Luft;
Ein Jubelchor von Sängern schmettert
Im Walde voller Blüt und Duft.

Da sind, so weit die Blicke gleiten,
Altäre festlich aufgebaut,
Und all die tausend Herzen läuten
Zur Liebesfeier dringend laut.

Der Lenz hat Rosen angezündet
An Leuchtern von Smaragd im Dom,
Und jede Seele schwillt und mündet
Hinüber in den Opferstrom.

 
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